Omnissa (ehemals VMware) hat angekündigt, die On-Premises-Version von Workspace ONE UEM nicht mehr weiterzuentwickeln. Der Support endet am 30. April 2027. Bis dahin werden noch Patches bereitgestellt, aber keine neuen Funktionen. Die letzte installierbare Version ist 24.10.
Was wie ein ferner Termin wirkt, ist in Wahrheit ein entscheidender Wendepunkt für Unternehmen, die ihre Unified Endpoint Management (UEM)-Strategie bislang lokal betreiben.
Die bisherige monolithische Architektur wird nicht mehr fortgeführt. Gründe sind mangelnde Flexibilität und hoher Wartungsaufwand. Stattdessen setzt Omnissa auf den Modern Stack (ModStack). Diese Architektur basiert auf Microservices und Containern, was schnellere Updates, kürzere Release-Zyklen und eine deutlich bessere Skalierbarkeit ermöglichen.“
UEM-Migration: Herausforderungen und Chancen beim Wechsel in die Cloud
Der Umstieg von einer On-Premises-Lösung auf eine moderne Plattform ist in erster Linie ein großes technisches Projekt: eine Migration auf eine neue, moderne Architektur. Die größte Herausforderung liegt in der Migration bestehender Geräte und Richtlinien. Im besten Fall erfolgt die Migration automatisiert und ohne User Impact. SVA unterstützt Sie dabei.
Doch der Wechsel bietet auch Chancen: Unternehmen können ihre Workspace ONE UEM-Strategie modernisieren, die Digital Employee Experience (optimierte digitale Nutzererfahrung) verbessern und von neuen Funktionen profitieren, die nur in der Cloud verfügbar sind – etwa Freestyle Orchestrator, deklaratives Management für Apple, Android Management API, Windows Multi-User Support, Linux Support, Intelligence und DEX. Hinzu kommen integrierte Sicherheitsmechanismen wie Zero Trust Security, Conditional Access und proaktive Risikoanalyse.
Workspace ONE UEM Migration: Shared SaaS, Preferred SaaS oder Sovereign Solution?
Omnissa stellt drei zentrale Wege für den Umstieg bereit:
- Shared SaaS
- Preferred SaaS
- Sovereign Solution
Die Public-Cloud-Varianten „Shared SaaS“ und „Preferred SaaS“ unterscheiden sich vor allem in der Mandantenstruktur. Während Shared SaaS eine kostengünstige Lösung mit gemeinsam genutzten Ressourcen ist, bietet Preferred SaaS einen dedizierten Tenant – ohne erneute Geräte-Registrierung, aber zu höheren Kosten. Für besonders sensible Umgebungen gibt es die „Sovereign Solution“, die höchste Datenschutzstandards erfüllt, C5-testiert ist und den Zugriff durch Hersteller ausschließt (BYOK, kein CLOUD Act). Die Wahl hängt von individuellen Anforderungen ab: Budget, Sicherheitsniveau und regulatorische Vorgaben spielen eine zentrale Rolle.
Mögliche Migrationswege von Omnissa Workspace ONE UEM on-premises
| Shared SaaS (Public Cloud) | Preferred SaaS (Public Cloud) | Omnissa Sovereign Solution |
| Mehrere Editionen für unterschiedliche Use Cases | Mehrere Editionen für unterschiedliche Use Cases | Wahl: Shared oder Dedicated |
| Lizenzierung User/Device | Lizenzierung User/Device | Abdeckung aller Use Cases |
| Shared Tenant | Dedicated Tenant | Eine Edition, Lizenzierung Gerät |
| Re-Enrollment der Geräte | KEIN Re-Enrollment der Geräte | Dedicated UEM Tenant |
| Preislich attraktiv | Preislich teurer | KEIN Re-Enrollment der Geräte |
| Service durch Omnissa | Service durch Omnissa | Ähnlich WS1 Advanced Edition |
| Service durch GEMA | ||
| C5-testiert, diverse ISO-Normen | ||
| Datenschutz/-sicherheit | ||
| No vendor access (BYOK) | ||
| No CLOUD Act access |
Workspace ONE UEM Migration: So läuft der Umstieg ab
Ein erfolgreicher Umstieg von On-Premises in die Cloud beginnt mit einer gründlichen Analyse der bestehenden Umgebung. Ein Health Check deckt Auffälligkeiten auf, bevor die eigentliche Migration startet. Vor der produktiven Umstellung sind Tests unverzichtbar, um Kompatibilität und Stabilität sicherzustellen. Erst dann erfolgt die Migration selbst – begleitet von Experten, die den Prozess überwachen und abschließend Empfehlungen für die Optimierung geben.

Migrationstypen: Greenfield vs. Brownfield
Bei der Migration zur Omnissa-Plattform gibt es in der Regel zwei Ansätze:
- Greenfield bedeutet, die Umgebung komplett neu aufzubauen – inklusive Re-Enrollment aller Geräte. Dieser Weg eignet sich für sehr große Umgebungen oder wenn ein vollständiger Neustart gewünscht ist.
- Brownfield hingegen ist der bevorzugte Ansatz für bestehende Installationen: Die aktuelle On-Premises-Umgebung wird eins zu eins migriert, ohne dass Geräte neu registriert werden müssen. Voraussetzung ist ein dedizierter UEM-Tenant, damit URLs, Zertifikate und Datenbankinhalte übernommen werden können.
Fazit: Jetzt handeln – Workspace ONE UEM Migration rechtzeitig starten
Der Stichtag 30. April 2027 mag weit entfernt erscheinen, doch Migrationsprojekte benötigen Zeit. Wer zu lange wartet, riskiert nicht nur operative Probleme, sondern auch Sicherheitsverstöße. Mit dem Wechsel von Workspace ONE UEM zur Cloud eröffnet sich ein moderner Technologie-Stack. Unternehmen sollten jetzt prüfen, welche Variante – Shared SaaS, Preferred SaaS oder Sovereign Solution – für sie geeignet ist, und eine Strategie entwickeln. Je früher Sie starten, desto reibungsloser gelingt der Umstieg.