Industrie 4.0 – Auf was es bei der Digitalisierung der Produktion ankommt – Industrialisierung im Wandel – Teil 3

Industrie 4.0, Industrie 4.0 – Auf was es bei der Digitalisierung der Produktion ankommt – Industrialisierung im Wandel – Teil 3

Bedeutung der Digitalisierung für die Wirtschaft und Produktion

Rund 15 Millionen Arbeitsplätze hängen in Deutschland direkt oder indirekt von der produzierenden Wirtschaft ab. Mit der Digitalisierung der Industrie werden sich Wertschöpfungsprozesse verändern, neue Geschäftsmodelle entstehen und sich die Perspektive für Beschäftigte ändern. Für kleine und mittlere Unternehmen bietet dies ungeahnte Chancen und Impulse.

Wachstumschancen durch Industrie 4.0

Die deutsche Industrie plant nach einem Bericht aus dem Jahr 2016 bis zu 40 Milliarden Euro jährlich in den Ausbau der Industrie 4.0 zu investieren, wodurch ein Digitalisierungsgrad der Wertschöpfungsketten von 83 Prozent im Jahr 2020 erwartet wird. 20 Prozent der Unternehmen in der Automobilindustrie nutzen bereits jetzt selbststeuernde Anlagen. Durch Industrie 4.0 wird ein zusätzliches Wachstum von 153 Milliarden Euro erwartet.[1]

Im Wirtschaftsstandort Deutschland entstehen durch Industrie 4.0 enorme Wachstumschancen und Wettbewerbsvorteile. Experten prognostizieren bis 2025 Produktivitätssteigerungen von bis zu 30 Prozent.[2] Zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit, sollten daher auch KMUs Industrie 4.0-Tools und Lösungen in ihre Produktionsstätten einführen.[3]

Die Rolle der IT

Die IT hatte in der Produktion bisher die Aufgabe, produktionsbezogene Informationen zu verwalten und Aufträge abzuwickeln. Zusammenhänge komplexer Prozesse und der Produktion ließen sich aufgrund fehlender Technologie und der geringen Nutzung von agilen Methoden nur schwer entschlüsseln und optimieren. Hier schafft die Digitalisierung in Form automatisierter Prozesse und Industrie 4.0 Abhilfe.[4] Die IT wandelt sich vom Dienstleister zum Verursacher massiver Veränderungen im Unternehmen. Hierdurch stehen Unternehmen aus weniger IT-affinen Branchen vor einer großen Herausforderung. Das Kerngeschäft des Maschinenbaus beispielsweise bestand bisher im Engineering. Das Kerngeschäft hatte bisher nicht viel mit IT zu tun. In Zukunft kommt zum Kerngeschäft Ingenieursleistung die IT-Leistung hinzu, wodurch komplett neue Kompetenzen entstehen werden.[5]

Durch die Digitalisierung der Produktion wird eine gesteigerte Produktion angestrebt.[6] Die virtuelle Kopie aller Unternehmensprozesse („Digitaler Zwilling“) ermöglicht einen Überblick, die laufenden Prozesse zu erfassen und virtuell Veränderungen der Produktion oder der Transportkette vorzunehmen und zu simulieren. Hierdurch lassen sich Optimierungen im Vorfeld überprüfen und Fehler ausmerzen, wodurch Zeit und Geld gespart werden können.[7] Außerdem wird hierdurch ein starker Einfluss auf Prozesse und Systeme ausgeübt und ein höherer Kontrollgrad durch eine einheitliche Überwachung ganzer Produktionslinien ermöglicht. Die Funktionsfähigkeit von Anlagen und Maschinen kann in Echtzeit überwacht und kontrolliert werden, wodurch Maschinenstillstände reduziert, die Verlässlichkeit gesteigert und die Produktivität erhöht werden können.[8]

Vielversprechende Prognosen

In den kommenden zehn Jahren werden Umsatzsteigerungen und Kosteneinsparungen durch die Digitalisierung zu einem weltweiten Wirtschaftswachstum von acht Billionen US-Dollar beitragen. Für die Bereiche Logistik- und Supply-Chain wird ein wirtschaftlicher Zuwachs von 1,9 Billionen US-Dollar erwartet. Für Deutschland rechnet man bis 2030 mit einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um 700 Milliarden US-Dollar.[9]

Digitale Zwillinge eignen sich darüber hinaus als Echtheitszertifikat für Originalprodukte. Dies hat bei Gewährleistungen eine hohe Bedeutung. Mit Hilfe von „Digitalen Zwillingen“ wird es ermöglicht, den Produktionsprozess bei verschiedenen Zulieferern zu dokumentieren. Auch für den Markenschutz und dem Schutz vor Plagiaten bietet dies erhebliche Vorteile. Jeder Produktionsschritt kann hierdurch nachvollzogen und ein Echtheitszertifikat ausgestellt werden, das den gesamten Produktionsprozess nachvollziehbar macht. Darüber hinaus kann nachgewiesen werden, ob eine Fertigung die Arbeitsschutzrichtlinien einhält und welchen CO₂-Fußabdruck die eigenen Produkte hinterlassen. Dies bietet Kunden die Möglichkeit zu verstehen, warum ein Produkt teurer ist, da es nachhaltig produziert wurde.

Quo vadis Industrie 4.0

In vielen Anwendungen ist Industrie 4.0 bereits angekommen und hat eine tragende Rolle eingenommen. Wo führt jedoch der weitere Weg hin, und in welchen Bereichen wird der Einsatz Veränderungen herbeiführen? Im letzten Teil der Blogserie werfen wir einen Blick in die Zukunft.

 

 

[1] https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/industrie-40.html
[2] https://bdi.eu/artikel/news/was-ist-industrie-4-0/
[3] https://www.brightsolutions.de/blog/industrie-4-0-und-digitalisierung/#profitieren
[4] https://agile-unternehmen.de/was-bedeutet-die-digitalisierung-in-der-produktion/
[5] https://www.produktion.de/trends-innovationen/darum-ist-it-so-wichtig-fuer-die-digitalisierung-der-produktion-300.html
[6] https://agile-unternehmen.de/was-bedeutet-die-digitalisierung-in-der-produktion/
[7] https://www.wfb-bremen.de/de/page/stories/digitalisierung-industrie40/was-ist-industrie-40-eine-kurze-erklaerung
[8] https://agile-unternehmen.de/was-bedeutet-die-digitalisierung-in-der-produktion/
[9] https://www.produktion.de/trends-innovationen/darum-ist-it-so-wichtig-fuer-die-digitalisierung-der-produktion-300.html

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